Vor dem großen Richterstuhl

„Und, Genosse? Nun hast du ja dein Leben lang fleißig an den Otto Wels erinnert. Und „Nie wieder!“ skandiert. Und immer wieder „Wehret den Anfängen!“ – selbst als die Anfänge längst schon wieder zurück lagen. Für eine „bessere Welt“ wolltest du kämpfen. Für die internationale Solidarität. Löblich, löblich. Doch sag, als der Faschismus dann mit seiner eisernen Faust wieder zuschlug und erneut ein Schatten über Osteuropa fiel, als die Ukraine blutete – was hast du da gemacht? Hast du die Zeichen der Zeit erkannt und den Opfern der Aggression deine volle Solidarität angedeihen lassen?“

„Nun, ja …“

„Was? Erzähl, Genosse!“

„Also, ich fand’s erstmal wichtig, nochmal genauer hinzuschauen, wie das jetzt war mit diesem Bandera damals. Dass man nicht am Ende noch den Falschen hilft. Und … und der ukrainische Botschafter. Der war ganz schön frech! Die Rolle der NATO kann man ja jetzt auch nicht ganz …“

„Du hast WAS?“

„Das war mir persönlich wichtig.“

„Geh mir einfach aus den Augen.“

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