Der Kampf um die Gleichstellung der Geschlechter ist Kernthema progressiver Politik

Am Tag nach dem Ende von „Roe v. Wade“, dem Ende des allgemeinen Abtreibungsrechts in den USA, diesem spektakulär reaktionären Roll-Back, dieses Aufgehens von Trumps Saat …

Auch am Tag nach dem Ende von §219a, dem Ende des „Werbeverbots“ für Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland … während laut §218 immer noch gilt: „Rechtswidrig, aber straffrei“ und damit die freie Entscheidung der Frau in den Ruch des Verbrechens gerät …

In einer Zeit, in der in Polen und vielen anderen Ländern restriktivste Abtreibungsgesetze sogar zum Tod der Schwangeren führen können …

… gilt es erneut daran zu erinnern:

Der Kampf um Gleichstellung ist das zentrale Projekt progressiver Politik.

Es handelt sich NICHT um ein „postmodernes Lifestyle-Thema“, nicht um „identitätspolitisches“ Beiwerk zu den „eigentlichen“ Themen, wie etwa Sahra Wagenweidel regelmäßig erklärt.

Egal, ob Rechtsradikale, Rechtspopulisten oder sonstige Reaktionäre, religiöse Extremisten jeglicher Couleur bis hin zu den ausdauernden Leserbriefschreibern gegen das Gendern – was sie alle eint, ist ihre Misogynie, ihr krankhafter Hass auf Frauen.

Auch im Russo-Faschismus Putins gehört Gewalt gegen Frauen zum Alltag: Seit 2017 ist häusliche Gewalt dort wieder „rechtens“, 8.000 Frauen sterben laut der Brüsseler Militärexpertin Florence Gaub pro Jahr daran. Der Kampf gegen Putin ist auch ein Kampf gegen das Patriarchat.

Dass auch hierzulande längst nicht alles zum Besten steht, zeigt nicht nur die bereits erwähnte „Kompromisslösung“ des §218. Während die CDU sich offiziell anschickt, „jünger, bunter, weiblicher“ werden zu wollen, untermalt der Parteinachwuchs in Hessen einen Parteitag mit Musik à la „Ich hab ’nen Puff, und meine Puffmama heißt Layla, sie ist schöner, jünger, geiler, …“

Überhaupt Hessen: Ausgerechnet die Partei Die Linke, die sich ja nun ein besonders progressives Weltbild auf die Fahnen geschrieben hat, versinkt derzeit nicht nur in der politischen Bedeutungslosigkeit, sondern auch in einem Sexismus-Vorwurf nach dem nächsten – mittlerweile bis hinauf zur Bundestagsfraktion.

Währenddessen versucht die CDU, was ihren geistigen Horizont angeht, in den 1980er Jahren anzukommen und eine Frauenquote einzuführen, denn – große Überraschung – mit der Freiwilligkeit hat es nicht geklappt. Der Widerstand, der ausgerechnet Friedrich Merz dabei entgegenschlägt, spricht Bände über die innere Verfasstheit der Christdemokraten.

Frauen sind nicht die besseren Menschen. Aber der Grad der Gleichstellung der Geschlechter ist ein ganz wesentlicher – wenn nicht der entscheidende – Faktor für den Zivilisationsgrad einer Gesellschaft und damit zentrales Projekt der Aufklärung.

In diesem Sinne: #smashpatriarchy

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